Der Vogelgarten

Heute war es wieder einmal soweit. Samstag, Putztag, sengende Hitze und überall stehen Büchertürmchen herum. Weiter brauche ich das wohl nicht auszubreiten. Mit dem Staubwedel in der Hand stellte ich mich vor das Regal und ließ meinen Blick wandern – von Buchrücken über Buchrücken zu Buchrücken.  Es müssen doch zwei, drei Bücher zu finden sein, um die es nicht schad ist! Tatsächlich fasste ich sofort einen Kandidaten ins Auge, einen Krimi, wie immer in solchen Situationen. Kaum hatte ich allerdings „Der Vogelgarten“ von Julia Wallis Martin in die Hand genommen, hörte ich schon: Weißt du noch?
Ja, ich weiß noch! Entnervt fixierte ich den Klappentext. „Ein packender psychologischer Thriller in der Tradition von Barbara Vine oder Minette Walters. Gut geschrieben, klug, atemberaubend“, meint Val McDermid da. Val McDermid – von der habe ich ein Buch, das … Stopp! Stopp! Wir sind jetzt beim „Vogelgarten“. Na gut. Also dann: Nachdem es beim Namen Julia Wallis Martin nicht geklingelt hat und ich keinen weiteren Roman von ihr habe, bin ich mir ziemlich sicher, das Vergnügen war kurz, für einen Nachschlag reichte es nicht. Und noch einmal lesen werde ich es wohl auch nicht. Aber: Das Buch habe ich auf einer Reise durch Norditalien gelesen. Cinque Terre … La Spezia … Lago d’Iseo … Venezia … Verliebtheit lag in der Luft … Ach!
Ich stellte das Buch zurück ins Regal und schwor mir, nächstes Mal schneller zu sein. Ab in eine blickdichte Tasche damit, bevor die Erinnerung aufspringt und ruft: Weißt du noch?

 

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