Sand

Einer meiner Schriftstellerhelden ist tot. Wolfgang Herrndorf, der an Krebs erkrankt war, ist am Montag in der Nacht gestorben. Seinen Roman Sand habe ich Anfang letzten Jahres gelesen. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf das Buch gestoßen bin. Denn von Herrndorf hatte ich zuvor noch nichts gelesen. Dazu kam, dass ich längst runter war von der Krimiwelle und eigentlich auch keine Thriller mehr lesen wollte, auch keinen „Wüstenthriller“, als der dieses Buch angekündigt wurde. Vielleicht war es die dotterige Sanddüne unter knatschblauem Himmel auf dem Cover. Vielleicht war es der schlichte Titel. Ich habe das Buch gekauft, ich habe es gelesen, nein, eigentlich habe ich es verschlungen. Ich wurde förmlich hineingesogen von einer unglaublich kräftigen, souveränen Sprache, taumelte in dieser absurden Wüstenwelt herum und habe beinahe nicht mehr herausgefunden. Ich war begeistert. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch weiterempfohlen habe, wie oft ich es verschenkt habe, aber jeder, der es nicht gelesen hat, hat etwas versäumt. Sein Jugendbuch Tschick habe ich dann auch gelesen, war auch ein tolles Buch, aber für mich kein Vergleich zu Sand. Es wäre toll gewesen, alle zwei, drei, von mir aus auch alle fünf oder zehn Jahre, etwas Neues von Herrndorf zu lesen. Daraus wird leider nichts. Jetzt warte ich auf den Text, an dem er bis zum Schluss gearbeitet hat. Isa oder Arbeit und Struktur oder beide.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*