Diesmal geht es gut aus

Cover des Buches Diesmal geht es gut aus von Monika Helfer, HaymonverlagIch bin in Verzug, ich bin in Verzug! Die BuchBlogParade von Eva Maria Nielsen, ihr wisst: jeden Monat ein Buch, am jeweils 12. der Blogbeitrag … Der November ist an mir vorbeigezischt, der Dezember hat’s offensichtlich vor. Zefix! Dabei sind die Bücher längst ausgewählt, längst gelesen.
Nun denn. Es nützt nix: der Reihe nach.
Monika Helfers „Diesmal geht es gut aus“ ist mein Buch des Monats November.* Ubuntu, die Kulturinitiative von SOS-Kinderdorf hat die Schriftstellerin eingeladen, „die verschiedensten Facetten des Kindseins“ zu beschreiben.
Helfer ist dieser Einladung gefolgt. 33 kurze Geschichten sind unter dem Titel „Diesmal geht es gut aus“ versammelt, Miniaturen eigentlich, kleine Szenen, zwei, drei Seiten lang jeweils, mehr nicht. Mehr braucht Monika Helfer auch nicht, um einem die Geschichte zu erzählen von Milana zum Beispiel, die mit ihrer Familie aus Tschetschenien geflüchtet ist, oder von Djamila, die nun im SOS-Kinderdorf lebt, weil die Menschen, mit denen sie aus Syrien geflohen ist, sie nicht mehr haben wollen, oder die Geschichte von einem Jungen in Damaskus, dessen einziger Besitz eine Jeansjacke aus Schnürlsamt** ist, ein wertvoller Besitz, auf den er sehr achtet.
Monika Helfer hat ein fantastisches Gespür für die kleinen Momente, für die Augenblicke, und sie bringt diese in einer knappen, prägnanten und sehr präzisen Sprache zum Ausdruck. Es sind bewegende, rührende Geschichten von Kindern, die um ein bisschen Glück kämpfen (müssen), um einen Platz im Leben. Weswegen der Titel auch etwas irreführend ist: Wirklich gut geht kaum eine Geschichte aus – vieles bleibt offen.
Gerade deshalb aber sind es Geschichten, die unter die Haut gehen; sie stimmen nachdenklich, hoffnungsvoll, aber auch traurig, und sie machen demütig, ja demütig dem gegenüber, was Kinder erleiden, ertragen, aushalten, hier, dort, irgendwo auf der Welt, und wie sie das Leben anpacken – trotzdem.
„Ich schreibe, was ich sehe – das reicht. Elend und Probleme der Menschen sind groß genug, da muss ich nichts mehr erfinden, ich brauche kein Pathos“, sagt Monika Helfer. Aber man muss auch die richtige Sprache finden für die Beschreibung, und Monika Helfer findet sie. Ein Kleinod dieses Büchlein, einfühlsam illustriert von Lorenz Helfer, der als freier Künstler in Wien lebt.

„Wenn sich bei uns ein Kind eine Jeansjacke wünscht, wird sie bald gekauft. Es gibt Kinder, die haben vier Jeansjacken, einfach so. Eine dieser Jacken ist im Rot-Kreuz-Sack gelandet, eine aus Schnürlsamt, mit den berühmten Messingknöpfen. Ein Junge aus Damaskust trägt sie jetzt.“
Monika Helfer: Diesmal geht es gut aus, Haymon Verlag 2014, S. 83.

*Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der BuchBlogParade „12 Bücher in 12 Monaten“, zu der die Journalistin und Autorin Eva Maria Nielsen aufgerufen hat. Ein Mal pro Monat – und zwar immer am 12. (Ich weiß, ich weiß: Wieder einmal spät dran!) – präsentieren die TeilnehmerInnen ihr persönliches Buch des Monats. Wer sonst noch an der Blogparade teilnimmt, ist hier zu finden.

** Cord(samt)

 

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