Archiv der Kategorie: Dies und das

Begegnung im Wald 6

An einem Waldrand in der Nähe von Innsbruck, das Wetter durchwachsen, mal fallen heiße Sonnenstrahlen durch das Geäst, mal nussgroße Regentropfen. Folgende Szene:

Frau (F) mit zwei Hunden – einer davon etwas schwierig in gewissen Situationen – macht sich auf den Forstweg. Älterer Mann (H) mit knapp sitzender Schildmütze, schmalem, weißem Oberlippenbart kommt ihr entgegen. Seine Augen blitzen mittelmeerblau. Älterer Mann wirft einen halben Blick auf Hund mit Maulkorb, bleibt knapp vor der Frau mit Hunden stehen, und strahlt sie an.

H: Wissen Sie, wer dem Hund das Sprechen beigebracht hat?
F (irritiert): Ähm. – Nein.
H (schmunzelnd): Die Katze! – Die Katze sagte: Miau. Daraufhin der Hund: Wauwau.
H nickt und lächelt verschmitzt, F schaut ein bisschen verdattert.
H: Und was hat einen Hals und keinen Kopf?
F: Ähm. – Keine Ahnung.
H (grinsend): Eine Flasche.
F (schmunzelnd): Aha.
H lacht kurz auf, wirft einen halben Blick auf den zweiten Hund und geht beschwingt weiter.
F blickt – immer noch schmunzelnd – hinterdrein.

 

Wandern im Regen

 

Sauerampfer  (© Gurschler)

Sauerampfer (© Gurschler)

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich gerne in den Bergen unterwegs bin. Wandern ist für mich Entspannung. Im Gehen den eigenen Rhythmus finden, Zu-sich-Kommen, Bei-sich-Sein. Nichts erdet mich mehr. Das Wetter spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Gut, wenn es richtig schüttet, streife ich natürlich nicht durchs Gebirge, ebenso wenig, wenn ein Gewitter naht. Weiterlesen

 

Glurns im Vinschgau

Reschensee_KirchturmWenn ich nach Südtirol fahre, was nicht selten der Fall ist, bevorzuge ich die Route über den Reschenpass. Ich mag den oberen Vinschgau. – Den Reschensee mit dem Kirchturm, der mal mehr, mal weniger tief im Wasser steht, aber immer erinnert daran, dass da einmal ein Dorf war, das dem Stausee weichen musste. Den kleineren, schmucken Haider See, wo sich im Winter Eissegler tummeln. Die Malser Haide, dieser riesige Schwemmkegel, und die Weite, die sich plötzlich auftut. Die Wiesen um diese Jahreszeit ein Meer saftig gelben Löwenzahns an sattgrünen Blättern. Die Orte, malerisch, wie hingegossen, alle für sich sehenswert, geschichtsträchtig – Mals, Burgeis, Laatsch. Das faschistische Kriegerdenkmal, ein Ossarium, im Volksmund Boanerturm genannt, hässliches Mahnmal italienischen Besitzanspruchs inmitten fruchtbarer Felder. Rechts oben im Hang thront weithin sichtbar das Kloster Marienberg, imposantes Monument geistlichen Besitzanspruchs. Darunter die Fürstenburg. Schließlich, wenn man an Tartsch und am sagenumwobenen Tartscher Bühel vorbei ist, sieht man unten in der Mitte der Talsohle das Städtchen Glurns, von dem aus es nur ein Katzensprung ist ins Val Mustair (Graubünden, CH). Weiterlesen